Dienstag, 25. Oktober 2005
Abfahrt von Auckland and Kreuzen auf dem Pazifischen
Ozean (S 35, E 174 - S 31 O 172)
Um 1 Uhr am Nachmittag verlassen wir an einem sonnigen Tag
Auckland in Richtung Numea in Neu Kaledonien.
Wir haben einen neuen Passagier an Bord: Chris, ein Professor
aus Neuseeland, welcher nach England zurückkehrt.
Im Laufe des Tages werden die Wellen etwas grösser,
von 0.5 Meter in Auckland auf 2.5 Meter am Abend auf See.
Die Matisse rollt stark.
Obwohl Chris bereits einmal in einem Schiff die Welt umfahren
hat, fühlt er sich heute krank. Da uns das Rollen nicht
stört, arbeiten wir den ganzen Tag an unserer Webseite.
Mittwoch, 26. Oktober 2005
Kreuzen auf dem Pazifischen Ozean (N 25, E167)
Die Uhren werden auf GMT - 12 zurück gestellt.
Diese Nacht schlafen wir nicht gut .... um 3 Uhr Morgens
rollt das Schiff so stark, dass wir aus Sicherheitsgründen
alle unsere Sachen in den Schränken verstauen.
Im Laufe des Tages beruhigt sich das Meer, aber der Himmel
bleibt bedeckt und am Nachmittag regnet es sogar.
Wieder arbeiten wir an der Webseite und Ruedi entwickelt
unsere neue Reisedatenbank, mit welcher wir in Zukunft unsere
Wegpunkte administrieren werden.
Donnerstag, 27. Oktober 2005
Ankunft in Numea, Neu Kaledonien
Einmal mehr wird die Uhr, dieses Mal auf GMT -13, umgestellt.
Am morgen früh um 5:30 laufen wir in Numea ein. Uns
erwartet ein schöner Tag.
Wir sind nicht das einzige Schiff im Hafen, auch ein Kreuzfahrtschiff
ist für die nächsten Tage hier.
Jeder Hafen hat seine eigene Methode im be- und entladen
der Container.
Hier arbeiten sie wesentlich effizienter als in Tahiti, aber
die Arbeit sieht sehr gefährlich aus.
Wie in Tahiti, werden auch hier die schiffseigenen Kranen
für die Arbeit verwendet. Aus diesem Grund werden wir
1 1/2 Tage in Numea bleiben.
Wahrscheinlich wurde von den Hafenbehörden eine Mannschaft
zuviel zur Arbeit bestellt. Die Arbeiter schauen aus sicherer
Distanz während der gesamten Arbeitszeit ihren arbeitenden
Kollegen zu.
Eines der Rettungsboote wird getestet und auch andere Wartungsarbeiten
werden durchgeführt.
Aussen am Schiff werden die letzten Spuren der unsanften
Berührung mit der Hafenanlage im Panamakanal entfernt.
Hier begegnen wir auch ein letztes Mal der Spring Tiger.
Das Schiff kommt direkt von Tahiti, während wir in derselben
Zeit noch kurz in Auckland waren ....
Es ist erstaunlich wie viel schneller die Matisse ist.
Wir verlassen die Matisse und besuchen den lokalen Zoo.
Ja, ja, du bist ein ganz schöner und stolzer Vogel!
Auch bummeln wir durch das lokale Kulturzentrum, das wirklich
einen Besuch wert ist.
Es hat exzellente Ausstellung über die lokale Geschichte
- auch die Gebäude selber sind interessant.
Auch sind viele lokale Pflanzen zu sehen.
Obwohl das Wetter am Morgen schön und sonnig war, beginnt
es, als wir das Kulturzentrum verlassen, wie aus Kübeln
zu giessen .... und da wir wegen des Regens unterstehen müssen,
verpassen wir den letzten Bus zurück in die Stadt. Gottlob
ist das Zentrum noch geöffnet, so dass sie uns ein Taxi
zurück zum Hafen organisieren können.
Am Abend gehen wir wieder in die Stadt.
Auf dem "Place de Coco" ist jeden Abend ein Fest,
das von vielen lokalen Einwohnern, ein paar Touristen und
den Mannschaften der Schiffe besucht wird.
Jeden Tag präsentiert sich ein anderes Land, mit seiner
Musik, seinen Tänzen und seinem Essen.
Heute ist es an Tahiti seine Kultur vorzustellen. Es herrscht
eine sehr friedliche Atmosphäre.
Um 10 Uhr Abends ist alles vorbei und man geht nach Hause.
Erstaunlicherweise ist der ganze Park am Morgen darauf schon
wieder blitzsauber. Man würde nicht glauben, dass am
Abend zuvor ein Fest stattfand.
Freitag, 28. Oktober 2005
Abfahrt von Numea und Kreuzen auf dem Pazifischen
Ozean (S23 E 165)
Es ist sonnig und schwül und der Wind wird am Nachmittag
wieder stärker.
Im Hafen sehen wir ein eigenartiges Schiff.
Damit werden Seekabel verlegt.
Numea hat auch einen schönen Yachthafen.
Wir schlendern durch die Stadt und schauen uns die Geschäfte
an. Die Kleidergeschäfte sehen aus wie Souvenirshops,
aber hier kaufen die einheimischen tatsächlich ihre
Kleider.
Dr lokale Markt mit seinen schön ausgestellten Fischen,
Krustentieren, dem Fleisch ....
.... dem Gemüse, den Früchten ...
... den verführerischen Häppchen, den Süssigkeiten,
den Souvenirs ...
.... und den vielen echten Blumen.
Wir sind überrascht bei diesen klimatischen Verhältnissen,
so viele künstliche Blumen ausgestellt zu sehen.
Der Busbahnhof.
Auch schlendern wir einmal mehr durch den Park wo gestern
das Fest abgehalten wurde.
Die lokale Bevölkerung ist ein Schmelztiegel von verschiedenen
Kulturen, aber man hat den Eindruck, dass keine Gruppe die
anderen dominiert; Weisse bedienen Farbige - kein Problem.
Wenn man die lokalen Leute ansieht fühlt man sich eher
in Jamaika ...
Ein letzter Spaziergang dem Hafen entlang und schon ist
es wieder Zeit weiterzufahren.
Die Abfahrt ist allerdings verzögert, da eben der Kranmotor,
welcher in Rotterdam, wegen einer falschen Lieferung, nochmals
hatte bestellt werden müssen, eingetroffen ist und nun
ausgeladen und eingebaut werden muss.
Dann verlassen wir endgültig diesen lieblichen Ort
und fahren aus dem Hafen .....
.... entlang der Bauxit Minen (Wir glauben es ist Bauxit
und nicht Kupfer), einigen schönen Touristen Resorts
...
.... und den vielen Inseln.
Der Ausgang durch die Bucht ist schwierig und gefährlich
wegen der vielen Untiefen (auf der Karte hellblau dargestellt)
und Korallenriffen.
Der Kurs des Schiffes muss genau kontrolliert und auch manuell
in Karten eingezeichnet werden, um jederzeit auf einen Ausfall
der elektronischen Navigationshilfen vorbereitet zu sein.
Samstag, 29. Oktober 2005
Cruising the Pacific Ocean (S27, E 159)
Heute ist das Wetter unfreundlich, kühl und der Himmel
leicht bedeckt, s dass wir drinnen bleiben.
Wir haben uns entschieden, vor dem verlassen der Matisse
in Fremantle, allen Mitgliedern der Mannschaft eine CD mit
all unseren Bildern auszuhändigen.
Da das bedeutet, dass wir 30 DVD mit je etwa 4 GB Daten bereitstellen
müssen. Wir beginnen also besser an zu brennen, was
wir schon fertig haben.
Sonntag, 30. Oktober 2005
Cruising Pacific Ocean on the latitude of Newcastle
(S32, E 152)
Auch heute ist das Wetter nicht viel besser, aber es ist
mindestens etwas wärmer.
Am Morgen befinden wir uns etwa auf der Höhe der Gold
Coast in Queensland.
Da Susi and Hans Peters Bruder Bruno dort lebt, gehen wir
zum Bug der Matisse, wo es ruhig ist, und rufen ihn vom Satellitentelefon
aus an.
Es ist ein komisches Gefühl, nach so einer langen Reise,
so nahe an ihm vorbei zu fahren, ihn aber nicht sehen zu
können. Nur Hans Peter wird ihn nach der Reise besuchen.
Wir werden vorerst in Perth bleiben und, wenn alles nach
Plan läuft, erst etwa in einem Jahr an der Gold Coast
sein.
Wenn wir den OKA fertig haben, werden wir nach Queensland
reisen und ihn Brunos Familie und unseren Freunden zeigen.
Da wir wieder auf See sind, hat auch die Mannschaft wieder
etwas Zeit sich zu entspannen.
Von links nach rechts sieht man hier den Kapitän Mr.
Deruy, den Zweiten Kapitän Mr. Barbey, den Lehrling
Tangy und den Offizier Adrian.
Montag, 31. Oktober 2005
Ankunft in Botany Bay in der Nähe von Sydney
Nach Mitternacht erreichen wir Botany Bay in der Nähe
von Sydney.
Leider haben sie den Containerhafen aus Sydney weg hierher
verschoben.
Vor drei Monaten noch, auf dem letzten Trip der Matisse,
mussten sie immer noch nach Sydney rein, vorbei an der Opera
und der Harbour Bridge.
Deutsche Sprache - schwere Sprache ....
Australien ist sich offensichtlich der Probleme der Touristen
bewusst, wobei eines das fahren auf der linken Strassenseite
ist. Die meisten sind sich ja gewohnt auf der "rechten" Strassenseite
zu fahren.
Wir nehmen den Bus und fahren ins Zentrum von Sydney.
Wir brauchen unbedingt ein Internet-Café. Wir müssen
Daten auf unsere Webseite hochladen. Den letzten Update hatten
wir in Auckland gemacht.
In Australien betreiben die meisten Starbucks Coffees einen
Hotspot das den Internet Access ermöglicht, aber wir
brauchten 2 Stunden um das herauszufinden, da wir zuerst
eine falsche Information erhielten.
....... Na was gibt's denn heute zu essen?
Wie in früheren Jahren auch, gefällt uns die Architektur
vieler australischer Wolkenkratzer.
Verglichen mit anderen Orten der Welt sehen sie irgendwie
elegant aus.
Die australischen Architekten haben ein gutes Gefühl
beim integrieren von altem in neuen.
Einige Wolkenkratzer sind um alte Gebäude herumgebaut,
oder alte Fassaden in die neuen Gebäude integriert.
Am Centre Cove kommen wir an Tank Stream Brunnen mit den
Skulpturen von Stephen Walker vorbei.
Eine Inschrift besagt:
1788: Ein Strom fliest zur Sydney Cove. Die Besiedlung Australiens
durch die Europäer beginnt entlang seiner Ufer aus Sandstein.
Kurze Zeit später folgt eine Dürre und Wassertanks
werden in den Sandstein gegraben. Daher der Name Tank Stream.
Die Jahre vergehen.
1981: Der Tank Stream Brunnen erinnert an die vergangene
Abhängigkeit von diesem fliessenden Strom und unsere
Verbindung mit dem Leben dieser Region.
Entlang der Promenade am Hafen von Sydney spielen Musikanten
auf verschiedenen Instrumenten.
Der Digeridoo Spieler auf dem oberen Bild gebraucht ein Mikrofon
um besser gehört zu werden. Seine Darbietung tönt
wie Techno - sehr modern - sehr gut.
Klar kennst du diese Aufnahmen ... die Sydney Oper.
Die bekannte Brücke über die Bucht, Kleiderbügel
genannt.
Man kann die Brücke besteigen, aber es ist ein sehr,
sehr teueres Abenteuer und damit leider weit über unserem
Budget.
"The Rocks" ist ein Gebiet rund um den alten Hafen,
zwischen dem Opernhaus und der Brücke.
Einst ein sehr verkommener Stadtteil so ist das Gebiet heute
sehr pittoresk mit all den restaurierten Gebäuden, in
denen viele verschiedenartige Geschäfte, Galerien, Restaurants
und teure Hotels untergebracht sind.
Bevor wir Sydney wieder verlassen machen wir mit der normalen
Fähre noch eine Tour rund um den Hafen.
Es ist immer noch eine sehr hübsche Stadt ....
Wir nehmen den letzten Bus zurück zur Botany Bay.
Es scheint als ob es die Fahrerin eilig hat nach Hause zu
kommen. Sie fährt den Gelenkbus beinahe rennmässig
durch die Stadt; so eine Fahrt haben wir noch nie erlebt.
Bei der Endstation sitzen nur noch wir im Bus und machen
keine Anstalten auszusteigen. Wir haben nicht gesehen, dass
der letzte Bus nicht mehr bis zum Frachthafen fährt,
sondern nach der Ortschaft direkt ins Busdepot fährt.
Nachdem sie uns gefragt hat, wohin wir eigentlich wollten,
macht die Busfahrerin für uns einfach noch den Umweg über
den Frachthafen.
Danke vielmals - das ist Australien!
Dienstag, 1. November 2005
Auslaufen aus Sydney zum Tasmanischen Meer (S
37, E 149)
Es ist ein sonniger, ruhiger Tag, ohne Wind und mit Temperaturen
um 20°C.
Am Morgen um 6:30 verlassen wir Botany Bay und fahren beim
Ausgang der Bucht an alten Verteidigungsanlagen vorbei.
Wir werden für ein wenig mehr als einen Tag auf See
sein, bis wir Melbourne erreichen.
Mittwoch, 2. November 2005
Arrival at Melbourne
Es ist sonnig und bis 27°C heiss als wir kurz nach dem
Mittagessen den Eingang zur Port Phillip Bay erreichen.
Die Matisse wird für etwa 4 Stunden durch die Bucht
und den Yarra River fahren, bis wir den Hafen von Melbourne
erreichen.
Tangy der Lehrling bekommt ein praktisches Training im Navigieren.
Bevor wir in die Bucht einfahren, wird das Steuersystem
der Matisse getestet um sicher zu gehen, dass Steuerung und
Motor auf alle Befehle reagieren.
Ein Fehler der Systeme könnte das Schiff auf seiner
Fahrt nach Melbourne auflaufen lassen.
Da die Einfahrt nach Melbourne, ist sehr anspruchsvoll,
weil sie sehr schmal und seicht ist, sind alle voll konzentriert.
Das da oben ist der Steuermann .... nix da mit grossem Holzrad!
Nur die Offiziere mit Rang und Namen, aber ohne Aufgabe
können es gelassener nehmen :-)
In Melbourne produziert Ford Fahrzeuge.
Grosse Mengen von Fahrzeugen stehen bereit zur Verschiffung
in andere australische Städte und in den asiatischen
Raum.
Die Fahrt den Yarra River hoch bis zum Hafen von Melbourne
ist sehr interessant. Es gibt viel zu sehen.
Natürlich kann der letzte Teil nicht unter eigener
Kraft gefahren werden, da die Matisse unter 5 Knoten Geschwindigkeit
nicht mehr manövrierfähig ist. Das Schiff ist auf
die Hilfe der Tugs, unter dem Kommando des Lotsen, angewiesen.
Wir sehen, dass diese Begleitschiffe unter panamesischer
Flagge laufen und fragen den Lotsen und den Kapitän
nach dem Grund.
Die Behörden hatten zu viele Probleme mit den lokalen
Gewerkschaften der Hafenarbeiter und mit endlosen Streiks.
Heutzutage wird alle Arbeit im Hafen von externen Firmen
geleistet (outsourced). Das ist viel effizienter und zudem
noch kostengünstiger.
Wir sehen diese Effizienz etwas später: Melbourne ist,
nach Hamburg, der zweitbest organisierte Hafen den wir bis
jetzt angefahren haben.
Das Ent- und Beladen geht sehr schnell.
(In Hamburg, brauchten sie durchschnittlich 1 Minute und
8 Sekunden für einen Container)
Uns gefallen im speziellen die gelben "Spinnen" die über
das Peer flitzen.
Wir fahren in die Stadt um einen ersten Eindruck von ihr
zu bekommen.
Erstes Ziel ist der Rialto Tower, (vorläufig) das höchste
Gebäude der südlichen Hemisphäre. Es wurde
1986 fertig gestellt.
Seine Höhe über alles beträgt 253 Meter, die
Aussichtsplattform ist auf 236 Metern.
Einige statistische Daten:
38 Fahrstühle mit über 700 Türen
95 km Fahrstuhlkabel
70 km Sprinklerleitungen für den Feuerschutz
1.8 Hektaren Glasfenster
228'000 Tonnen Gewicht .....
Wie man sieht ist die Aussicht atemberaubend.
Aber auch andere Gebäude sind sehenswert.
Zum Nachtessen gehen wir zur Restaurant-Meile am Yarra River
und danach ist es bereits wieder Zeit um uns von der Stadt
zu verabschieden.
Donnerstag, 3. November 2005
Melbourne und Abfahrt von Melbourne nach Adelaide
(N 3, W 93)
Am Morgen regnet es, also bleiben wir auf dem Schiff und
machen technische Aufnahmen. Am Nachmittag wird das Wetter
zwar etwas besser, aber der Wind frischt auf.
Es sieht aus als ob wir eine recht durstige Crew hätten
.... mehr Wein, mehr Bier etc. wird an Bord gebracht.
Tangy bekommt eine Ausbildung im analysieren des Wassers.
In jedem Hafen muss der Salzgehalt des Wassers gemessen werden.
Der Wert wird verwendet um voraus zu berechnen, wie viel
Wasser, nach dem laden der Fracht, in die Ballast-Tanks gepumpt
werden muss, so dass das Schiff später auf offener See
optimal im Wasser liegt.
Wenn der Salzgehalt im Hafen hoch ist, schwimmt das Schiff
im Hafen, auf Grund der höheren Dichte des Wassers,
höher im Wasser - wenn der Salzgehalt niedriger ist,
weil es sich um Süsswasser handelt, liegt es tiefer
im Wasser.
Es ist interessant das kleine Schiff, mit dem man früher
die Ozeane überquerte, vor einem modernen Containerschiff
zu sehen.
Da war sicher noch einiges mehr an Abenteuer dabei als heute.
Wir schauen der Crew zu, wie sie vor der Abfahrt die Gangway
einzieht ...
Die Arbeitsbereiche an Bug und Heck sind für uns Passagiere,
während dem dort gearbeitet wird und solange wir im
Hafen sind, gesperrt.
Die Seile, welche verwendet werden stehen unter enormem Zug
und wenn eines reissen würde, könnte es zum tödliches
Geschoss werden.
Aber wir können immerhin aus sicherer Entfernung zusehen,
wie sie die unterdessen losen Seile einziehen.
Dann verlassen wir Melbourne und fahren auf dem Yarra River
zurück i Richtung offenes Meer.
Grosse Schiffe - kleine Schiffe. Zwischen dem Kamin der
Matisse und der Brücke hat es nicht allzu viel Platz
(meint man).
Während der Fahrt im offiziellen Kanal für die
kommerziellen Schiffe wird der Lotse plötzlich nervös.
Ein kleines Boot befindet sich innerhalb der gesperrten Zone,
2 Typen sind am fischen und winken uns beim vorbeifahren
freundlich zu.
Der Lotse sagt uns, dass der Besitzer des Bootes, nach seiner
Rückkehr gebüsst werde.
Er bittet uns die Registratur des Bootes mit dem Teleobjektiv
zu fotografieren.
Vor einer Woche wurde hier ein solches Boot von einem Frachtschiff "überrollt",
was einige Opfer zu Folge hatte. ...
So wie wir den Schutz der Bucht verlassen wird die See rauer.
Das Boot das den Lotsen aufnehmen muss, kann wegen der Wellen
nicht nahe genug an die Matisse heran.
Die Matisse dreht so ab, dass es auf einer Seite etwas ruhiger
wird, so dass das Boot längsseits gehen kann und der
Lotse gefahrloser umsteigen kann.
Bei der Rückfahrt des Lotsenbootes sieht man wie stark
die Wellen sind. Das Schiff verschwindet teilweise beinahe
hinter den Wellen oder verschwindet hinter der Gischt
Interessant anzusehen!
In der Nacht erwartet uns ein Sturm - ja, wir warten darauf,
wir lieben das.
Freitag, 4. November 2005
Great Australian Bight (S35, O 137)
Während der Nacht werden die Wellen bis 4 m hoch und
die Dünung 2 m. Beide Wellentypen treffen uns seitlich.
Die Matisse rollt. Und macht das gottlob nichts aus, nur
duschen oder Wäsche waschen ist bei der Schaukelei auf
die Länge ungesund.
Unser Professor aber ist wieder im Bett und isst nichts.
Nicht dass er bereits krank wäre, aber wenn er umherlaufen
würde könnte es ja sein, dass er krank würde.
Also entscheidet er sich pro-aktiv zu handeln .....
Wir werden von einigen Delfinen begleitet. Das ist heute
leider eher selten.
Susi erinnert sich dass sie während der Überfahrt
von Peru nach Europe 1969 beinahe jeden Tag Delfine sichteten.
Die Delfine spielten mit den Bugwellen und machten ein Rennen
gegen das Schiff.
Am Abend erreichen wir den Schutz der Bucht vor Adelaide
und unser Professor ist auch wieder unter den Überlebenden
zu finden.
Die Sonne wird auf dem Meer reflektiert. Die Spiegelung ist
so intensiv, dass man in der Nähe der Sonne den echten
Horizont überhaupt nicht mehr sehen kann.
Samstag, 5. November 2005
Adelaide
Ein perfekter, heisser Tag mit Temperaturen nahe 30°C
ist und in Adelaide beschert.
Wie meistens, nehmen wir ein Taxi und fahren in die Stadt.
Wir müssen für Xavier den Koch, Känguru und
Krokodil Rezepte auftreiben. Er möchte uns das Zeugs,
bevor wir die Matisse in Fremantle endgültig verlassen,
noch vorsetzen. Das ist etwa so formuliert, wie es Susi empfindet
:-).
In Adelaides CBD = (Central Business Centre) hat es immer
noch viele, gut erhaltene, alte Gebäude.
Wegen der Nähe des Flugplatzes und weil die Flugzeuge
die Stadt überfliegen, können hier keine Wolkenkratzer
gebaut werden.
Das ist typisch australischer Humor - wir lieben ihn.
Mit nur 4 Stunden Aufenthalt, sind wir schon bald zurück
im Hafen.
Da es Samstag ist, sind mit Ausnahme der Bewachung, nur wenige
am Arbeiten.
Da wir uns aus Sicherheitsgründen nicht selber im Hafengelände
bewegen dürfen, schliesst der Wächter kurzerhand
den Hafen ab und fährt uns zum Schiff.
(Vielleicht ist er auch einfach froh, dass wir weg sind und
er nun ein ruhiges Wochenende vor sich hat ....)
Bald schon ist die Matisse bereit zum auslaufen. Das war
unser letzter Stopp :-(
Der Kanal vom Hafen hinaus in die offene See ist einmal
mehr sehr schmal und seicht.
In Adelaide sind es die hier produzierten Holden, welche
auf den Transport warten. Die Basis der Holden Fahrzeuge
sind Wagen von General Motors.
Wir passieren ein Schaf-Transport-Schiff, voll beladen und
bereit für den arabischen Markt. Es ist ein bedrückender
Anblick.
Das Schiff fasst etwa 80'000 Schafe. 40 Angestellte passen
während der Fahrt auf die Schafe auf.
Die auf den wenigen Platz zusammengepferchten Schafe tun
uns Leid .... und wir fragen uns, wie viele der Tiere wohl
bereits während des Transports umkommen werden.
Man beachte die vielen Vögel auf der Mole.
Bis Fremantle erwarten sehr schlechtes Wetter.
Wir werden höchstwahrscheinlich sehr nahe am Zentrum
eines Tiefs vorbeifahren.
Sonntag, 6. November 2005
Great Australian Bight (S 35, O 129)
Die Uhr wird auf GMT - 14.5, und später auf GMT -15
zurückgestellt.
Wir händigen Xavier die ergatterten Rezepte aus. Sieh
was er uns zum Mittagessen gekocht hat!
Salade de gésiers et magret de canard.
Fricassée de crocodile à l'australien, Riz
- Garniture.
Fromage.
Gratin de fruits frais au Sabayon de Grand Marnier.
Sollte uns jemand nach unserem Gewicht nach der Reise fragen
wollen, so möchten wir ihn doch höflichst bitten
das zu unterklassen!
Am Morgen zwischen 8 and 10 Uhr fällt der Barometer
um 4 auf 1000 hPa.
Am Nachmittag trifft uns ein schwerer Sturm von vorne und
die Geschwindigkeit der Matisse muss von 20 auf 26 Knoten
reduziert werden um das Schiff nicht allzu grossen Kräften
auszusetzen.
Die Höhe der Wellen ist 4 - 6 Meter und die Dünung
3 Meter.
Wir fühlen uns bestens und geniessen den Sturm auf der
Brücke - der Professor ist im Bett.
Montag, 7. November 2005
Great Australian Bight (S 35, O 119)
Heute arbeiten wir an den Bildern, welche wir in den letzten
paar Wochen noch geschossen hatten.
Wir müssen damit bis zum Mittag fertig sein, da wir
bis heute Abend alle CDs für die Mannschaft fertig gebrannt
haben müssen.
Gottlob lässt der Sturm etwas nach während wir
an den PCs arbeiten, sonst würden auch wir bei dem starken
stampfen auf die Länge Seekrank.
Heute Abend ist unsre letzte Nacht auf See und so laden
wir die ganze Crew zu einem Bye-Bye Apero in die Passagier-Lounge
ein.
Die Einladung wird auch auf der heutigen Menukarte erwähnt.
Die gesamte Mannschaft folgt unserer Einladung, mit Ausnahme
von Adrian natürlich, da dieser als einziger auf der
Brücke zu arbeiten hat.
Im Video-Recorder läuft eine der DVDs welche wir an
die Mannschaft verteilen. Bald schaut jedermann Fernsehen.
Speziell die Bilder der Equatortaufe geben zu viel Gelächter
Anlass.
Wir haben ihnen mit den DVDs eine riesige Freude gemacht.
Einige der Mitarbeiter sagen uns, dass sie es schade finden,
dass wir die Matisse schon verlassen und sie uns lieber noch
weiter an Bord hätten.
Aber wie immer: Jede noch so schöne Party hat ein Ende!
Wir hatten mit allen zusammen eine schöne Zeit verbracht.
Danke an alle, für eure gute Freundschaft und für
die Art wie ihr uns an Bord aufgenommen und behandelt habt.
Die letzten 52 Tage waren eine grossartige Erfahrung, welche
wir immer in guter Erinnerung behalten werden.
Dienstag, 8. November 2005
Arrival in Fremantle (Perth)
Die Uhren werden ein letztes Mal auf GMT -16 zurückgestellt.
Um 3 Uhr Morgens umfahren wir Cape Leeuwin (die süd-westliche
Ecke von Australien) und somit trifft uns der nächste
Sturm nun von der Seite.
Das Schiff rollt sehr stark.
Wir hören komische Geräusche aus der Passagier
Lounge, als wenn etwas über den Boden schleift und dann
an der Wand anschlägt.
Wir schauen nach und sehen, dass die Stühle i m Takt
des rollenden Schiffes, von einer Seite auf die andere gleiten
und dort von der Wand gestoppt werden.
Wir sichern die Einrichtung und gehen wieder ins Bett.
Das Rollen ist aber unterdessen so stark, dass man, wenn
man sich nicht verkeilt, unweigerlich aus dem Bett fallen
würde. Also gehen wir auf die Brücke, da dies im
Moment der interessanteste Platz ist.
Dort hinauf zu kommen ist aber eine andere Sache.
Wir müssen uns mit dem Rollen der Matisse synchronisieren
und dann ein paar Stufen der Treppen hochsteigen, wenn der
Winkel gerade gut ist. Dann halten wir uns am Geländer
fest und warten auf die nächste gute Gelegenheit.
Auf der Brücke sichern die Offiziere alles was sie können.
Auch der Abfallkübel gleitet quer über die Brücke
..... swish .... bang .... swish ... bang ...
Gespannt schauen wir auf den Clinometer auf der Brücke,
er zeigt ein seitliches Rollen bis 23° auf jede Seite.
Das ist viel!
Wir bleiben bis zum Morgengrauen auf der Brücke und
beobachten, wie uns die Brecher treffen. Es ist wahnsinnig,
was für eine Masse das Schiff treffen muss, dass es
so stark reagiert.
Wir lieben es!
Im Laufe des Morgens wird die See ruhiger.
Wir segeln in Richtung Fremantle, dem Hafen vor Perth. Die
Silhouette von Perth, der Hauptstatt von West Australien,
kann man vom Meer aus gut sehen.
Dann kommt das Lotsenboot ein letztes Mal und der Lotse
kommt an Bord .....
.... und führt uns in den Hafen ...... die französische
Flagge bei der Hafeneinfahrt heisst die Matisse willkommen.
Kleine Boote unterstützen die Matisse, indem sie die
Taue für ihre Befestigung am Peer abholen.
Der Containerhafen befindet sich genau gegenüber dem
Passagier Terminal.
Das futuristisch gebaute Fremantle Maritime Museum beheimatet
auch ein Unterseeboot der Oberon Klasse, das von innen besichtigt
werden kann. Sehr interessant.
Xavier macht uns ein letztes Mittagessen:
Carottes râpées, Saucisson à l'ail.
Filet de kangourou aux baies rouges, Garnitures.
Fromage.
Gâteau poire - chocolat.
Schon lange haben wir gesehen, dass das Bild in der oberen
Ecke der Menukarte auf der Karte für die Passagiere
nicht dasselbe ist, wie auf der Karte für die Mannschaft
:-))
Wir besuchen Fremantle.
Im Hafengebiet findet man noch viele gut erhaltene, alte
Gebäude.
Das Nachtessen nehmen wir in der Pizzeria Sandrino, im
Vergnügungsviertel, ein.
[2007: Das ist unterdessen eines unsrer bevorzugten Restaurants].
Das rechte Bild, zeigt die bemalte Wand gegenüber der
Pizzeria.
Mittwoch, 9. November 2005
Ausschiffen in Fremantle
Auch nach 52 Tagen an Bord ist es uns auf der Matisse nie
langweilig geworden (und das nicht, weil wir so langweilige
Typen sind).
Wir können nur jedermann ermutigen, einmal im Leben
so eine Reise zu machen.
Sie ist es allemal Wert.
Die Zollbeamtin ist etwas geschockt als sie den Umfang unseres
Gepäcks sieht, aber wir müssen einen sehr vertrauenswürdigen
Eindruck machen, denn sie schaut sich unsere habe nicht einmal
genauer an.
Ebenso geschockt ist der Taxifahrer, aber er bringt alles
im Kombi unter.
Als wir aber unser Mietauto sehen, entscheiden wir uns sofort,
Hans Peter im Taxi mit unserer Habe ins Hotel fahren zu lassen.
Das Gepäck passt, zusammen mit 3 Personen, definitiv
nicht in den kleinen Wagen ....
Einen letzten Blick zurück auf die Matisse, welche
für die letzten 2 Monate unser Zuhause war - ein gutes,
sicheres Zuhause .... und weg sind wir, Perth erwartet uns!
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